Unterwegs

it's a small world after all

Haad Salad

Die nächsten zwei Wochen werden wir hier bleiben, uns wenig bewegen und viel entspannen. Letzteres soweit möglich, aber wir tun unser bestes. Der Bewegungsradius ist beschränkt auf 800 Meter Strand und ein kleines bisschen „Dorf“ dahinter.

Das Dorf ist allerdings eher eine Ansammlung von Läden, die, bis auf einen, versuchen, den anwesenden Touristen höchstmögliche Preise für höchstmöglich unnütze Dinge wie zum Beispiel getrocknete Biobananen, Müsliriegel und bis zum Verkaufszeitpunkt bestimmt vier mal aufgetautes Milcheis abzuknöpfen. Das soll aber nicht unsere Sorge sein, wir beschränken uns auf den einen preiswerten Laden. Zwei Wochen ohne Müsliriegel, Schokolade mit 98% Kakaoanteil und getrocknete Biobananen werden wir überstehen. Es gibt ja getrocknete Fische in Chilli, Tapiokachips mit Chilli, Chang Bier, Papayas, Mangos, Bananen und obskure tropenbeständige Keksvarianten für die Kinder.

Kinder, apropos Kinder, ich möchte noch kurz über Sebastian berichten. Sebastian wohnt mit seinen Eltern im Bungalow neben uns und heißt eigentlich Benjamin. Benjamin kommt aus Bayern. Seine Eltern auch. Sie sprechen Bayrisch. Die Eltern nicht nur, Sebastian, der eigentlich Benjamin heißt, jedoch aussschließlich. Und zwar nicht so ein halbwegs zu vertehendes münchner Bayrisch sondern eher so die Liga Alpental ganz oben und erst vor dreißig Jahren von der restlichen Zivilisation entdeckt. Eine endlose Abfolge tief im Hals erzeugter Gurr-, Knurr- und Rolllaute, die unsere Kinder davon überzeugt haben, dass das Kind kein Deutsch könne. Erst langsam schlich sich die Erkenntniss ein, dass Sebastian, der eigentlich Benjamin heißt, sie zwar versteht, sie ihn aber nicht. Wir auch nicht. Seine Eltern schon. Die verstehen ihn. Wir sie ebenso nicht, die Eltern. Sie übersetzen bisweilen. Eine interessante Situation. Wenn dann noch beide unsere Kinder über das Geländer gelehnt, stundenlang „Benjamin, der kleine Elefant…“ singen, kann sie allerdings etwas unangenehm werden. Sebastian, der eigentlich Benjamin heißt, kann sich nicht verständlich machen. Also können wir nur aus den Gesichtern der Eltern lesen, dass Benjamin, den ich aus irgendwelchen Gründen immer Sebastian nenne, davon ziemlich genervt ist. Verrückter kleiner Kerl.

 

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