Unterwegs

it's a small world after all

Odysee im Luftraum

Alles fing mit einem harmlosen Geräusch an. Mein Telefon klopft. Am 6.11. gegen 19 Uhr. Ein neugieriger Blick und dann erst mal gaaaaaaaaanz tief einatmen. Nochmal lesen. Gaaaaaanz tief einatmen. OK, ist ja englisch vielleicht doch lieber einmal mehr lesen. Jetzt alle zusammen: Gaaaaaaaanz tief einatmen.

Ausatmen. Schimpfen. Verdutzte Blicke der anwesenden Familienmitglieder. Erklärung erfolgt schnell und hastig, die Schnappatmung ist noch aktiv. Flug verspätet (das stand da wirklich). Nur 19 Stunden. Stille. Rucksäcke waren gerade fertig gepackt, die Kinder geduscht und das Taxi fast gerufen.

Überlegen. Erstens: Wir bleiben noch im Hotel bis morgen. Gefragt und positive Antwort erhalten. Gut. Zweitens: Anschlussflug weg, wann fliegt der jetzt eigentlich? Mietwagen, Campingplatz. Nicht gut. Viel zu viel für einen schönen Abend.
Alle diese Punkte waren zwei Stunden später in die Wege geleitet. Wer eine solche Situation mit mir schon mal erlebt hat,kann sich das Bild ungefähr vorstellen. Manisch zwischen Telefon und Laptop, nicht ansprechbar, fluchend und völlig ins organisieren vertieft. Das Ergebnis war wenig erfreulich Jetstar hat uns auf einen Flug umgebucht, der uns morgens um drei in Melbourne ankommen lassen sollte und der Anschluss fliegt dann gegen eins am Mittag. Der Originalflug hätte von Kuta nach Christchurch zehn Stunden gedauert. Böse Welt. Also noch ein Hotel in Melbourne gebucht um die Zeit schlafend zu verbringen.

Der nächste Morgen begann gut. Die erste E-Mail sagt, der Mietwagen steht dann auf dem Parkplatz, Schlüssel steckt hinterm Nummernschild. Gut drauf, die Autovermieter in Neuseeland. Der Campingplatz schrieb auch, daß wir einfach einen Tag später kommen können. Es scheint alles gut zu werden. Es scheint so.

Der Vormittag in Kuta war auch ganz nett und dann ging es froh und voller Tatendrang zu Flughafen. Auf der Fahrt wies uns der Taxifahrer stolz auf ein Schild hin, das verkündete, ein Demokratiekongress fände statt, mit Vertretern aus allen wichtigen Ländern der Welt. Ziel soll es sein, die Demokratie zu verbessern. Sei ruhig stolz, dachte ich, du lebst ja nicht in einer Demokratie. Da ist es genauso Scheiße.

Wie Scheiße, hat sich kurz später gezeigt. Die Demokraten sind angereist und der Flughafen wurde erst mal gesperrt. Könnte ja sein, daß mal einer der Wähler anwesend ist und die lange verdiente Schelle verteilen will. Lieber nicht.
Unser Flug hat inzwischen zwei Stunden Verspätung. Wir sind immer noch auf Bali und die Demokratie hat mal wieder ihr wahres Gesicht gezeigt. Einmal gewählt, traut sich das Pack nicht mehr unter normale Leute.

Irgendwann um fünf Uhr morgens sind wir dann endlich in Melbourne und können schlafen. Den Flug nach Christchurch kriegen wir gerade so.

Wenn jetzt noch der fehlende Kinderwagen ankommt, ist dieser Teil der Reise vorbei. Leider gibt es bisher keine Spur vom Wagen. Wir schlafen uns derweil aus, erfreuen uns an den überaus freundlichen Neuseeländern und deren überaus trinkbaren Wein. Die Welt ist ein großes Abenteuer. Abenteuer können manchmal ganz schön nerven.

 

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